SHEIN steht wie kaum eine andere Marke für das Modell der „Ultra-Fast Fashion». Das Geschäftsmodell zeichnet sich durch extrem schnelle Produktzyklen und niedrige Preise aus. Doch was sagen unabhängige Quellen und Organisationen über die tatsächlichen Auswirkungen auf Umwelt, Menschen und Tiere?
Die Bewertung von „Good On You»
Laut der unabhängigen Bewertungsplattform Good On You (Stand 13.02.2025) erhält SHEIN die niedrigste mögliche Einstufung: „We Avoid» (Zu vermeiden). Diese Bewertung basiert auf mangelnden Standards in drei Kernbereichen:
- Planet:
Es fehlen nachweisbare Massnahmen gegen Mikroplastik-Emissionen und zur Reduktion giftiger Chemikalien in der Produktion. Tests von Greenpeace aus dem Jahr 2022 belegten wiederholt gefährliche Substanzen in der Kleidung. - Tier:
Die Nutzung von Pelz, Daunen und anderen tierischen Produkten ist problematisch, und es gibt keine ausreichenden Schutzstandards. - Mensch:
Die Produktion findet grösstenteils in China statt, einem Land mit extrem hohem Risiko für Arbeitsrechtsverletzungen. Es gibt keine Belege für die Zahlung von Existenzlöhnen oder sichere Arbeitsbedingungen.
Greenwashing oder echte Veränderung?
SHEIN kündigte jüngst einen 250-Millionen-Euro-Fonds für die Zukunft an, der für die Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Projekte verwendet werden soll. Kritiker sehen darin jedoch kein echtes Engagement. Joëlle Hérin, Expertin für Fast Fashion bei Greenpeace, stellt klar: Solange das Grundgeschäft auf der Massenproduktion von Wegwerfkleidung basiert, sei dieser Fonds reines Greenwashing.
Geld ersetzt keine Seele und kein Gewissen. Die Kritik lautet: Ohne fundamentale Veränderungen im Geschäftsmodell bleiben solche Fonds symbolische Gesten.
Die vier grossen Lücken
Zusammenfassend lassen sich vier grosse Mängel in der Nachhaltigkeitsbilanz von SHEIN identifizieren:
- Keine nachweisbaren Massnahmen gegen Emissionen von Mikroplastik
- Keine finanzielle Sicherheit für Zulieferer → hohes Risiko für zu niedrige Löhne und unmenschliche Arbeitsbedingungen
- Keine nachweisbaren Schritte zur Reduktion giftiger Chemikalien in der Produktion
- Keine Massnahmen zu Unterstützung von Vielfalt und Inklusion in der Lieferkette
Fazit
Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache. Während die Marke durch Marketing und Trends glänzt, bleiben die ökologischen und sozialen Kosten im Hintergrund. Ein nachhaltiger Konsum erfordert mehr als nur Fonds für die Zukunft – er erfordert ein Umdenken bei der Produktion und beim Konsumverhalten.
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Quellenverzeichnis
https://www.beobachter.ch/konsum/kritik-an-shein-greenwashing-fur-250-millionen-euro-743935 (Caroline Freigang für beobachter.ch am 04.09.2024 “Kritik an Shein: Greenwashing für 250 Millionen Euro” mit Zitaten von Joëlle Hérin, Greenpeace-Expertin)
https://directory.goodonyou.eco/brand/shein (good on you am 13.02.2025)
Bilder: Arrow for Future
